3 Tipps an mein zukünftiges Ich

Die iET ist als Partner im Personalbereich und als Payrolling Provider etabliert und bekannt. Dass daneben auch Platz ist für innovative Ideen, für besondere Kundenprojekte und ungewohnte Kooperationen, geht im Rauschen des Tagesgeschäfts gerne unter. Unser Projektmanager Lukas erzählt, wie seine Teamkollegen und er ein Startup unter ihre Fittiche nehmen durften und weshalb im Scheitern immer auch viel Gutes liegt.

Die Idee

Ein Marktplatz für Dienstleistungen: Such Dir einen Klavierlehrer, eine Übersetzerin oder jemanden, der deinen Garten auf Vordermann bringt. Und stell die Person mit wenigen Klicks und ohne administrativen Aufwand legal an. Bestechend einfach, wir sind das Amazon der Dienstleistungen und Schwarzarbeit mag sowieso niemand.

Auf und ab, vorwärts und zurück

Die Idee stammt nicht von uns, sie wird an uns herangetragen. Das Produkt und die Firma bestehen bereits, als wir uns involvieren. Wir übernehmen die operative Tätigkeit und bald darauf auch die Weiterentwicklung. Wir identifizieren uns mit dem Projekt und dem Produkt, behandeln es wie unser eigenes Kind. Es geht auf und ab, auf einen Schritt vorwärts folgt häufig einer zurück.

Gescheitert

Die Erkenntnis kommt selten urplötzlich, sondern schleichend. Wir versuchen eine Zeit lang, das Unvermeidbare abzuwenden und prüfen diverse Optionen, um die Zukunft zu sichern. Wir sind schliesslich weiterhin davon überzeugt, dass unser Produkt gut ist und sich damit Geld verdienen lässt. Und doch kommt der Zeitpunkt, an dem wir die bestehenden Verträge kündigen und die Kunden informieren müssen. Wir planen den geordneten Rückzug; es ist uns wichtig, keinen Scherbenhaufen zu hinterlassen.

Und nun?

Vorhang fällt, Firma in Liquidation, Projekt in die Kiste auf den Dachboden und dort verstauben lassen? Mitnichten! Da ist einerseits die Idee, die weiterlebt und vielleicht eines Tages wieder aufgegriffen wird. Und andererseits die unzähligen Learnings, die wir mitnehmen und die in alle Folgeprojekte einfliessen. Drei davon gebe ich meinem zukünftigen Ich mit auf den Weg.

Das Wesentliche

Iterative Entwicklung mag abgedroschen klingen, agile Frameworks predigen es seit Jahren: Drei gut implementierte Funktionen sind wertvoller als sechs halbpatzige. Hinter jeder Ecke lauert die Verlockung, noch ein Feature hinzuzufügen, noch eine Idee zu konkretisieren. Widerstehe ihr! Es braucht Überwindung und Mut zur Lücke. Die Idee, welche Dir genial erscheint, ist vielleicht nicht diejenige, die dem Grossteil deiner Kunden einen Nutzen schafft. Vergiss sie, zumindest vorerst. Und konzentrier dich auf den Kern, auf das so genannte Minimum Viable Produkt.

Marketing? Marketing!

Ja, trivialer geht’s kaum. Du weisst es, ich weiss es, jeder weiss es: Das beste Produkt ist nutzlos, wenn die Kunden nichts von dessen Existenz wissen.  Und dennoch haben wir’s nicht geschafft, genug Ressourcen darauf zu bündeln. Woran es lag, kann ich auch mit einigem Abstand nicht wirklich beurteilen. Sicher ist eins: Es gibt nicht umsonst eine riesige Horde von Profis in dem Bereich. Marketing bedeutet immer auch Leidenschaft. Während unsere Passion dem Produkt galt, hatten wir im Kernteam niemanden, der mit derselben Energie eine funktionierende Geschichte für das Produkt schrieb. Natürlich, wir hatten Ideen und Konzepte hierfür. Auf den Boden gebracht hat sie niemand.

Konsequenterweise kann der Rat an mein zukünftiges Ich nur lauten: Involviere jemanden, der es kann. Und will. Und macht!

Der Spagat

Du hast einflussreiche Freunde in wichtigen Positionen bei grossen Firmen. Du kennst Investoren, die dein Startup finanziell aufs nächste Level hieven können. Und du triffst dich mit findigen Köpfen, die dein Produkt analysieren und verbessern. Klasse, deine Voraussetzungen sind hervorragend! So gut, dass du darob ins Träumen gerätst – und träumen muss man schliesslich, wenn man ein Startup führt.

Aber vergiss nicht, dass du ins Schlittern kommst, wenn du die Bodenhaftung verlierst. Was hält eigentlich der Kollege aus dem Turnverein von deiner Idee? Was sind die Inputs deiner Mutter? Und wann hast du zum letzten Mal deine Idee gepitcht, ohne dass du sie im Hochglanz erscheinen lassen musstest?

Mach den Spagat, bewege dich auf allen Ebenen. Du wirst dazu neigen, die Schlüsselpersonen in der ersten Gruppe zu suchen. Aber plane von Anfang an regelmässige Realitäts-Checks ein und nimm sie ernst.

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